Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Was ein früherer deutscher Bundeskanzler einst verlauten ließ, kann man heute auch über den Standder Identtechnik sagen. Nach einer mehrjährigen Marktflaute startet die RFID-Technik (radio-frequency identification) durch: Die Verfügbarkeit des Identifizierens per elektromagnetischer Welle ist inzwischen vergleichbar mit gedruckten Etiketten. Pro Label müssen Anwender bisher noch mehr für eine RFID-Kennzeichnung zahlen als bei den verschiedenen verfügbaren gedruckten Etiketten, doch die Vorzüge wie höhere Datendichte, Wiederverwendbarkeit und das berührungslose Auslesen bestechen. Und noch etwas weiß die Politik ebenso gut wie die Wirtschaft: Konkurrenz belebt das Geschäft. So wundert es nicht, dass die Anbieter gedruckter Identverfahren sich ins Zeug legen, die etablierte Technik, schneller, einfacher und sicherer zu machen. Eine Entscheidung des EU-Parlaments spielt der ganzen Branche in die Hände: Im Februar hat das EU-Parlament verbindliche Maßnahmen zur Eindämmung von Arzneimittelfälschungen beschlossen. Zwei Jahre haben die Hersteller Zeit, sich auf die Änderungen der entsprechenden EU-Direktive einzustellen. Anbieter von Identifikationslösungen freuen sich vor allem über die vorgeschriebene Einführung von Sicherheitsmerkmalen für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Was die Branche dazu bereits im Angebot hat, stellt sie einem breiten Publikum vom 12. bis zum 18. Mai auf der internationalen Messe Interpack in Düsseldorf vor. Pharma Control Electronic (Halle 8a Stand G02) wirft die jahrelange Zusammenarbeit mit führenden Arzneiherstellern in die Waagschale. Dabei setzt PCE ganz auf 2D-Kodierungen: Die „Pilot“-Anlage und andere Datamatrix-, Advanced-Bundle- und Shipping-Case-Stationen des Unternehmens kennzeichnen, verifizieren und bündeln, und fügen sich so zu Komplettlösungen zusammen. Einfacher wird das Tracking & Tracing durch omnidirektionales Erkennen, wodurch die Prüfung zuverlässiger und schneller werden soll. Doch wie kommt die Information aufs Etikett? Bekannte und neue Druckköpfe von Wolke finden sich nicht nur am Stand des Unternehmens (D34 in Halle 8a), sondern auch bei vielen Partnerunternehmen – wie PCE. Auch Laetus (Halle 06 Stand D31/E40) zeigt mit PrintSpect Markier- und Verifikationsprodukte, die vor allem durch ihren modularen Aufbau mit Druckköpfen von Wolke überzeugen wollen. Mettler Toledo (Halle 11 Stand B55) setzt auf das gleiche Drucker-Innenleben. Das Kennzeichnungs- und Verifizierungssystem XMV Mark And Vision nimmt die gesetzlichen Kennzeichnungspflichten außerdem mit einem Kamerasystem von Cognex ins Visier. Neue Tintenstrahldrucker wird auch Markem-Imaje (Halle 14 Stand D29) ins Rennen schicken. Der 9232 soll nicht nur mit Verfügbarkeit, sondern auch mit Nachhaltigkeit glänzen: Das Wartungsintervall bei Standardanwendungen wurde auf 18 Monate verlängert, und das Gerät besteht zu mehr als 80 Prozent aus recyclingfähigen Materialien. Um die Umwelt schon während des Betriebs zu entlasten, kann es mit neuen, keton- und MEK-freien Tinten, die zudem RoHS-Norm-konform sind, betrieben werden. Für den SmartDate X40, der ebenfalls nur alle eineinhalb Jahre gewartet werden muss, wird eine höhere Verfügbarkeitsrate von bis zu 99,6 Prozent ohne Bedienereingriffe angegeben. Auch wer seinen Drucker nicht selten, sondern ständig in die Hand nehmen möchte, sollteLaetuseinen Besuch abstatten. Bei den Tintenstrahlern der Videojet-1000-Serie setzt der Hersteller mit integrierten Griffen vor allem auf Mobilität. Das neue Familienmitglied Videojet 1610 als Doppelkopf-Drucker wurde für Anwendungen entwickelt, bei denen der gleichzeitige Druck an zwei Stellen auf dem gleichen Produkt oder über mehrere Bahnen erforderlich ist – das spart Zeit und Aufwand.
Leichter, schneller, einfacher
Einer Herausforderung ganz anderer Art hat sich Herma (Halle12, StandB24) gestellt: der Menge zu kennzeichnender Verpackungen. Mit dem Herma 400 will der Anbieter den „Turbo“ aktivieren: Bis zu 120.000 Etiketten soll das motorische Windersystem des Etikettierers pro Stunde mit höchster Präzision spenden. Dank Wickelteller aus leichten Carbonfasern wird die maximale Geschwindigkeit sehr schnell erreicht. Leichter soll überhaupt die gesamte Logistikkette werden. Vitronic (Halle6 Stand6A09) zeigt GAMP-konforme Auto-ID-Angebote für Vials – die Scanner überprüfen Gebinde, Stopfen, Auto-ID und Verschlusskappe in einem Schritt. Je nach Prüfaufgabe wird das passende Software-Modul in Verbindung mit dem optimalen Sensor ausgewählt – das System soll sich so an jeder Stelle im Abfüll- und Verpackungsprozess problemlos integrieren lassen. Der Trick: Dank einer speziellen Optik kann der Sensor mit nur einer Aufnahme die komplette Verschlusskappe inklusive Seitenumfang überprüfen. Die richtige Lösung für alle Bedürfnisse – dank erfreulicher Wirtschaftsentwicklung nach der Krise bewegt sich die Zahl der Ausstelleranmeldungen in Düsseldorf in diesem Jahr wieder auf ähnlichem Niveau wie 2008. In 19 Hallen können Besucher genau die Lösung finden, bei der das Richtige „hinten rauskommt“.☐
• more@click-Code: PA311400
