Erschienen in: S&I November 2009, S. 22
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Wohltemperiert

Bartec sorgt für richtige Temperaturen im Erdgasspeicher

Sicherheit ist bei der Verarbeitung von Erdgas ein wichtiges Thema. Eine explosionsgeschützte Heizung sorgt nicht nur für Prozessicherheit, sondern auch für die Sicherheit von Mensch und Anlage. * Paul Rosenberger, Michael Holzbauer

OMV fördert und verarbeitet Öl und Erdgas in 20 Ländern auf fünf Kontinenten. Die Kerngeschäfte des Unternehmens sind die Bereiche Exploration und Produktion, Gas und Power sowie Raffinerien und Marketing. Durch einen frühen Markteintritt, hohe Qualitätsstandards sowie den Einsatz von hohem technologischem Know-how gelang es OMV zum führenden Öl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas mit einer Tagesproduktion von rund 317000 boe (Barrel Öläquivalent) aufzusteigen. Das Unternehmen verfügt heute über Öl- und Gasreserven von rund 1,2 Milliarden boe und eine jährliche Raffineriekapazität von rund 26 Millionen Tonnen. OMV Gas & Power ist das Unternehmen von OMV im Gas & Power-Bereich und verfügt in Österreich über ein rund 2000 km langes Erdgas-Leitungsnetz sowie über drei Erdgasspeicher mit einer Gesamt-Kapazität von über 2,1 Milliarden m³.

Einer dieser Erdgasspeicher, der Speicher Strasshof, ist einer der größten Erdgasspeicher in Österreich. Um auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben, investiert OMV permanent in die Modernisierung seiner Anlagen. Bartec als einem der führenden Sicherheitstechnikanbieter gelang es in diesem Zuge, den Auftrag für das Engineering, die Lieferung und Montage der elektrischen Begleitheizung für die Förderrohrleitungen sowie die Kondensatleitungen bei fünf Gasverdichterstationen im Erdgasspeicher Strasshof zu gewinnen. Aufgabenstellung war es, die Prozesstemperatur des Erdgases auf einem konstanten Niveau zu halten und die Leitungen vor dem Einfrieren zu schützen. 4000 m Heizkabel wurden dafür eingesetzt. Die Heizleitungen wurden in 280 Heizkreise aufgeteilt. Die gesamte Ausführung erfolgte im Ex-Bereich, Zone 2, T 3. Bartec nutzte für das Projekt die beiden selbstlimitierenden Heizkabel PSB und HSB. Der Vorteil dieser Heizkabel liegt darin, dass bei der Installation, selbst im explosionsgefährdeten Bereich, auf einen Temperaturbegrenzer verzichtet werden kann. Demzufolge konnten im Rahmen des OMV-Projektes die Kosten für weitere Komponenten gespart werden. Beide Heizkabel besitzen ein temperaturabhängiges Widerstandselement, das zwischen den parallel geführten Kupferleitern die Wärmeabgabe der Heizleitung in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur reguliert und begrenzt. Steigt die Umgebungstemperatur an, so reduziert sich die Heizleistung der Heizleitung. Dieses selbstbegrenzende Temperaturverhalten verhindert ein Überhitzen der Heizleitung, auch wenn sie übereinander verlegt wird. Durch die parallele Stromzuführung liegen über dem gesamten Heizkreis 230 V an, wodurch die Heizleitung in beliebigen Längen konfektioniert werden kann. Diese Möglichkeit hat die Projektplanung und Installation maßgeblich erleichtert. Das Heizkabel konnte direkt vor Ort entsprechend der Projektbedingungen angepasst und in der benötigten Länge zur Verfügung gestellt werden. Sollte das Heizkabel später beschädigt werden, ist es somit auch nicht notwendig, den kompletten Heizkreis auszutauschen, es genügt den entsprechenden Teilbereich zu ersetzen. Die Schutzhülle der Heizkabel auf Fluorpolymer-Basis schützt die darunterliegende Kupferumflechtung vor Korrosion und chemischen Einflüssen. Die Kupferumflechtung dient als Schutzleiter im Sinne von VDE 0100 und erhöht die mechanische Stabilität der Leitung. Unter dem Schutzgeflecht liegen zwei Kunststoffhüllen zur elektrischen Isolation, wobei die innere Hülle eine untrennbare Einheit mit dem Heizelement bilden. Da nicht nur die Heizkabel, sondern auch das Zubehör für den Einsatz im explosionsgefährdeten Bereich zertifiziert sein musste, kamen nur zwei Möglichkeiten für den Anschluss der PSB- und HSB-Heizkabel in Frage: die Schrumpfschlauchtechnik für den explosionsgefährdeten Bereich sowie das Plexo-Anschlusssystem. Die Schrumpfschlauchtechnik für den explosionsgefährdeten Bereich ist eine bewährte Technologie, um Heizleitungen zu verbinden. Das Prinzip ist einfach. Nach dem Absetzen der Heizleitung werden die Versorgungsleiter und das verdrillte Schutzgeflecht mit Isolierschläuchen überschrumpft und mit Aderendhülsen versehen. Die Heizleitung wird grundsätzlich in einem Gehäuse der Schutzart „Erhöhte Sicherheit“ oder „Druckfeste Kapselung“ an Klemmen angeschlossen. Das Heizkreisende wird ebenfalls mit Schrumpfschläuchen abgeschlossen. Plexo hingegen ist das erste steckbare Anschlusssystem für Heizleitungen, das in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt wird. Der Montageaufwand wird mit Hilfe der fortschrittlichen Technik deutlich reduziert. Wartungsarbeiten oder auch spätere Änderungen am Heizkreis können mit hoher Effizienz durchgeführt werden. Durch Federkraft wird der erforderliche Anpressdruck für die Kontaktierung des Schutzgeflechtes erzeugt, aufwendiges Aufspleißen und Verdrillen entfällt. Ein ausgeklügeltes Dichtsystem bietet sicheren Schutz vor extremen Umwelteinflüssen. Die Flexibilität des Systems erlaubt sowohl die direkte Verbindung der Heizleitung mit der Anschlussleitung als auch den Anschluss an einen Ex-Klemmenkasten. Zwei gleiche Heizleitungen können ebenfalls steckbar über eine entsprechende Verbindungsmuffe zusammengeführt werden. Das Plexo-Anschlusssystem erfüllte somit exakt die Anforderungen für die Applikation im Erdgasspeicher Strasshof, insbesondere die Reduzierung des Montage- sowie Wartungsaufwands überzeugten den Kunden. Bartec als Systemanbieter lieferte jedoch nicht nur die Heizleitungen und Anschlusssysteme, sondern auch die benötigte Regeltechnik, um OMV eine Komplettlösung aus einer Hand zu bieten. Der hierbei eingesetzte BSTW Sicherheitstemperaturwächter ist ein Zweipunktregler in einem Polyestergehäuse der Kennzeichnung EEx e. Die Heizungen werden bei diesem Wächter bei Unter- oder Übertemperatur ein- und ausgeschaltet. Eine Temperaturveränderung am Sensor des BSTW bewirkt eine Volumenänderung des flüssigkeitsgefüllten Messsystems. Dadurch bewegt sich eine Membrane,die mit einer Übersetzungsmechanik verbunden ist und betätigt einen Mikroschalter. Durch die kompetente Abwicklung dieses Projektes ist es Bartec gelungen, den Grundstein für die weitere Zusammenarbeit mit OMV zu legen. Der Sicherheitstechnikanbieter konnte hierbei erneut sein Explosionsschutz-Know-how erfolgreich unter Beweis stellen.

• more@click-Code: SI119301

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