(Bild: Deprag Schulz)
Erschienen in: P&A November 2009, S. 41
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Mit Druckluftantrieb zum Fruchtsaftgenuss

Platz sparende und ölfrei arbeitende Druckluftmotoren aus Edelstahl spielen ihre Vorteile besonders in der Getränkeherstellung aus

Um die Mischer in der Fruchtsaftproduktion anzutreiben, sind hygienische, hitzebeständige und widerstandsfähige Motoren gefragt. All diese Voraussetzungen erfüllt ein Druckluftlamellenmotor aus Edelstahl. Der Motor ist auch für den Ex-Bereich zertifiziert, arbeitet ölfrei und besitzt eine extrem hohe Leistungsdichte.

In einem Liter Apfelsaft steckt die geballte Kraft von drei Kilo Äpfeln. Doch vom Apfel bis zum Saft im Glas ist es ein weiter Weg. Die Herstellung von Säften, Nektaren, Fruchtsaftgetränken und Smoothies ist heute weitgehend automatisiert. Wie überall in der Nahrungsmittelindustrie gelten hohe Hygienestandards. Produktion und Abfüllung der Fruchtsäfte erfolgen in Computer gesteuerten industriellen Anlagen mit großer Prozesssicherheit. Bei der Konzeption der Anlagen werden Anlagenkomponenten bevorzugt, die die lebensmitteltechnischen Hygieneanforderungen erfüllen. Auch die Antriebe in der Saftherstellung haben diesen strengen Richtlinien zu genügen. Druckluftmotoren müssen ölfrei laufen, hitzebeständig und für den Einsatz im Feuchtraum geeignet sowie resistent gegenüber Desinfektionsmitteln sein.

Nur Direktsaft wird nach der Saftgewinnung direkt in Flaschen oder Kartons abgefüllt. Meist wird dem frischen Saft nach der Pasteurisierung Wasser entzogen, das Fruchtsaftkonzentrat lässt sich besser lagern und transportieren. Später dient es dann als Ausgangsprodukt für reine Säfte, Nektare oder Mischungen. Fruchtsaftgetränke werden aus Fruchtsaftkonzentraten, Wasser und Zucker nach den geheimen Rezepten des Herstellers gemischt. In großen Behältern wird das Gemisch angesetzt, immer wieder durchgerührt und gelangt schließlich auf 80 Grad erhitzt keimfrei in die Safttüte. Beim Rühren und Mischen kommen automatische Rührwerke zum Einsatz, die über hitzebeständige, widerstandsfähige Motoren verfügen müssen. Druckluftlamellenmotoren aus Edelstahl sind für Anwendungen in der Nahrungsmittelherstellung gut geeignet. Ein Beispiel: Beim Rühren und Mischen von Fruchtsaftgetränken treibt ein Edelstahl-Druckluftlamellenmotor mit einer Leistungsstärke von 300 Watt und einer Nenndrehzahl von 700 Umdrehungen in der Minute robust und zuverlässig den Propellerrührer oder die Dissolver-Scheibe in einem Magnetrührwerk an.

Ölfreier Antrieb für eine sichere Lebensmittelproduktion

Aufgrund der vielfältigen Ausführungsvarianten, der einfachen Bauweise, des geringen Leistungsgewichts, des großen Drehzahlbereichs oder der Explosionssicherheit finden Druckluftmotoren ein breites Einsatzspektrum. Der Druckluftlamellenmotor arbeitet nach einem einfachen Prinzip. Die per Kompressor erzeugte Druckluft versetzt den in einem exzentrischen Zylinder umlaufenden Rotor in Bewegung. In seinen Schlitzen stecken Lamellen, die durch Zentrifugalkraft nach außen gegen die Zylinderwand gedrückt werden. So bilden sich Arbeitskammern für die sich ausdehnende Druckluft. Über die Expansion der komprimierten Luft wandelt sich die Druckenergie in kinetische Energie – eine Drehbewegung entsteht.

Deprag Schulz bietet für Anwendungen in der Nahrungsmittelindustrie die sogenannte Advanced Line. Sie zeichnet sich durch ein umfassendes Sortiment an abgedichteten, für ölfreien Einsatz geeigneten, rostfreien Druckluftlamellenmotoren aus. Diese hochwertigen Edelstahlmotoren eignen sich besonders für die Lebensmittelindustrie, aber auch für die Papierindustrie, die chemische und pharmazeutische Industrie und auch für den Einsatz in der Medizintechnik. Die Advanced-Line-Druckluftmotoren sind besonders Platz sparend für den Einbau in Handmaschinen oder Anlagen ausgeführt. Das umfangreiche Leistungsspektrum reicht von 20W bis 1,2kW, von kleinen Drehzahlen angefangen bis zu Schnellläufern mit einem Drehzahlbereich von 24.000 Umdrehungen/Minute. Die Motoren sind für den Einsatz in explosionsgeschützen Bereichen zertifiziert, es gibt sie zudem mit integrierter Atex-zertifizierter Haltebremse. Hauptvorteil des Druckluftmotors ist seine große Leistungsdichte. Je nach Ausführung benötigt er nur ein Fünftel der Masse eines Elektromotors oder ein Drittel seiner Größe. Von großer Bedeutung ist das bei allen Hand geführten Maschinen, aber auch bei Robotersystemen oder NC-Maschinen, bei denen der Antrieb verfahren werden muss. Die abgegebene Leistung ist beim Druckluftmotor über weite Drehzahlbereiche nahezu konstant. Er kann daher auch in einem breiten Feld wechselnder Lasten optimal betrieben werden. Die Motorleistung lässt sich durch Änderung des Betriebsdrucks anpassen, die Drehzahl durch Drosselung der Luftmenge stufenlos steuern. Der Druckluftmotor kann problemlos bis zum Stillstand belastet werden und nimmt dabei keinerlei Schaden. Nach Reduzierung der Last läuft er sofort wieder an und das beliebig oft hintereinander. Die Deprag-Ingenieure haben ihre Druckluftmotoren im Laufe der Jahrzehnte den Erfordernissen der Anlagenbauer immer weiter angepasst. Dazu erklärt die Produktmanagerin Dagmar Hierl: „Unsere Advanced-Line-Motoren haben wir für die hohen Hygienestandards in der Lebensmittelbranche und der Medizintechnik entwickelt. Die glatten Oberflächen sind leicht zu säubern und die Antriebe halten Reinigungsmitteln stand“. Die Motoren sind vollkommen abgedichtet, es kann weder Leckageluft austreten noch Schmutz eindringen. Auch die Motorspindel ist beständig gegen chemische Reinigungsmittel und verfügt über einen besonders langlebigen Radial-Wellen-Dichtring. Der Druckluftlamellenmotor ist unempfindlich gegen Hitze. Schon durch seine Wirkungsweise ist er für Anwendungen in kritischer Umgebung besonders geeignet. Durch die Entspannung der Luft kühlt der Motor entstehende Reibungswärme ab, unter Last wird er eher kühl, eine Überhitzung ist ausgeschlossen. Dazu ist Druckluft an sich ein unproblematischer Energieträger – es entstehen keinerlei Gefahren durch elektrische Anschlussleitungen.

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