Insbesondere bei großen Nennweiten kann die herkömmliche Erdung von magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräten (MID) sehr kostspielig sein. Denn wenn aggressive Medien zur Anwendung kommen, müssen die Erdungsringe meist aus teuren Sondermaterialien hergestellt werden. Für die nun von Krohne entwickelte virtuelle Referenz sind dagegen keine zusätzlichen, messstoffberührenden Erdungsmittel mehr nötig. Der Eingangsverstärker des Messumformers erfasst die Potenziale der Messelektroden und erzeugt nach einer patentierten Methode daraus eine Spannung, die dem Potenzial der ungeerdeten Flüssigkeit entspricht. Diese Spannung wird als Referenzpotenzial für die Signalverarbeitung verwendet. Dieses Prinzip wird bereits beim Technologie-Konzern Andritz angewandt: bei magnetisch-induktiven Durchflussmessern der Serie Optiflux 4300 in den Nennweiten DN10 bis 300. Die Geräte werden zur Durchflussmessung von Mischsäure, die sich aus Flusssäure, Salpetersäure und Wasser zusammensetzt, genutzt. „Das Prinzip der virtuellen Referenz hat vom ersten Gerät an problemlos funktioniert. Auch bei schwierigen Applikationen wie der Mischung von zwei Medien mit unterschiedlichen Temperaturen kurz vor dem MID gibt es keine Probleme“, so Helmut Platzer, Automatisierungsingenieur bei Andritz. Die virtuelle Referenz ist grundsätzlich ab Nennweite DN 10 und einer Leitfähigkeit ≥ 200µS/cm möglich.
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