Die wichtigste Kenngröße, um die Effizienz einer Kompressorstation zu bestimmen, ist der Energieverbrauch. Wie viel Strom benötigt der Betreiber pro erzeugtem oder verbrauchtem Kubikmeter Druckluft? Wie viel Druckluft wird erzeugt und wie viel davon wird tatsächlich benötigt? Unnötige Leerlaufzeiten stellen, neben Leckagen, das größte Energieeinsparpotenzial dar. Das Check-up-System Aireport von Boge zeigt diese auf. Erfahrungsgemäß stellt das Unternehmen bei Messungen zwischen fünf und 25Prozent Leerlaufanteil fest. In einzelnen Fällen sind es sogar bis über 50Prozent.
Im Leerlauf benötigen Kompressoren in der Regel 30Prozent des Nennstroms. Zudem tritt unnötiger Verschleiß auf. Ohne Leerlaufzeiten sinken deshalb auch die Wartungskosten. Ältere Kompressoren benötigen im Leerlauf bis zu 40Prozent des Nennstroms. Nach der Durchführung eines Aireports kann man Kompressorstationen ganz gezielt optimieren. Leerlaufanteile unter ein Prozent zu senken stellt in der Praxis kein Problem dar. Rund 80Prozent der Life-Cycle-Costs einer Drucklufterzeugungsanlage sind reine Energiekosten. Auch die Leckagemenge ist ein wichtiges Kriterium für die Effektivität. Sie sollte so klein wie möglich sein. Gleiches gilt für den Druckabfall zwischen Drucklufterzeuger und -verbraucher. Der erzeugte Höchstdruck sollte ebenfalls so gering wie möglich sein, um dauerhaft wirtschaftlich zu arbeiten. Überprüfungen des Druckverlustes in der Rohrleitung, Leckageortungen mittels Ultraschall-Messgeräten oder eine Betrachtung der unwirtschaftlichen Leerlaufzeiten bei Schraubenkompressoren sind schnell durchzuführen.
Am effektivsten aber gewinnt man neue sichere Erkenntnisse mit Messungen, wie sie das Check-up-System ermöglicht. Wie ein Fitness- oder Gesundheitstest bei einem Menschen gibt eine Aireport-Messung über mehrere Produktionstage Aufschluss über die ideale Kompressorenkombination mit wirtschaftlichstem Betrieb. Der Test dauert mindestens eine Woche, damit auch das Wochenende miteinbezogen wird.
Gesundheitscheck für wirtschaftlichen Kompressorbetrieb
Das Druckluft-Audit liefert detaillierte Daten und ein exaktes Druckluftverbrauchsprofil über definierte Zeiträume. Gleichzeitig erhält man zusätzlich Informationen über die Arbeitsweise im eigenen Betrieb und kann auch hier Abläufe optimieren. Betrachtet man diese Einzelmaßnahmen in der Summe, ergibt sich meist ein enormes Optimierungspotenzial. Zur Verbesserung der Performance ist Folgendes möglich:
Installation einer übergeordneten Druckbandsteuerung; Kompressorenabstufung neu auslegen bzw. frequenzgeregelten Kompressor installieren; Leckagen eliminieren; Überverdichten vermeiden (sechs bis zehn Prozent höhere Energiekosten pro bar Überverdichtung); Druckabsenkung realisieren (beispielsweise an Wochenenden oder in der Nacht); Behältervolumen/Puffer optimieren; Delta P der Druckluftaufbereitung optimieren.
Druckluft ist ein flexibles und universell einsetzbares Arbeitsmedium. Viele Arbeiten sind ohne sie gar nicht möglich. Druckluft ist also im Prinzip ihren Preis wert. Man muss nur die Einsparpotenziale, die sich in einer Gesamtanlage verstecken, konsequent ausschöpfen.
Die rund 60.000 Druckluftanlagen in Deutschland verbrauchen jährlich 14Mrd.kWh Strom. Das entspricht laut Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI fünf Prozent des Stromverbrauchs der gesamten Industrie. Das Energieeinsparpotenzial liegt insgesamt bei 30Prozent.
• more@click-Code: PA068252
