Prof. Dr. Gunther Olesch, Geschäftsführer Personal, Recht und Informatik
Erschienen in: E&E März 2012, S. 29
Arbeiten in der Elektronikindustrie  |   Promotion - Storyboard

Auf den guten Ruf kommt es an

Prof. Dr. Gunther Olesch, Phoenix Contact, im Gespräch über die Herausforderung, Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Welche Positionen und Karrieremöglichkeiten für Elektronik-Entwickler bieten Sie an?

Es gibt drei Aufgabengebiete: Einmal die klassische Hardware- oder Software- Entwicklung, dann das Produktmarketing und den Vertrieb. Im Produktmarketing geht es darum, das Produkt für den Kunden verständlich darzustellen, beispielsweise auf Online-Plattformen, in Social-Media-Kanälen, aber auch mit Drucksachen. Diese Entwickler stehen zwischen der klassischen Entwicklung und dem Vertrieb.

Auch bei der Karriere gibt es drei Wege: Einmal die klassische Karriere als Führungskraft. Dann die Karriere als Fachleiter, wo man keine Personalverantwortung, aber hohe Verantwortung beispielsweise für neue Produkte hat. Die dritte Karriere-Option ist die der Projektleitung.

Was erwarten Sie von einem Entwickler?

Er muss einmal das technische Know-how haben, um unsere Produkte schnell verstehen können. Er muss ein Faible für die Produkte und Interesse an Elektrik und Elektronik haben. Wenn jemand im Investitionsgüterbereich tätig sein möchte, ist er bei uns gut aufgehoben. Zudem muss er gerne in einem mittelständisch geprägten Familienunternehmen arbeiten wollen, nicht in einem Großkonzern. Bei uns muss man viel vernetzter denken als in einem Großkonzern, wo die Aufgaben sehr abgegrenzt sind. Es geht unbürokratischer zu.

Was können Sie einem Entwickler bieten?

Wir bieten zunächst einmal einen modernen Arbeitsplatz. Wir analysieren uns regelmäßig im Vergleich mit anderen Unternehmen. Letztes Jahr wurden wir bester Arbeitgeber Deutschlands bei TopJob und bei den Top-Arbeitgeberen für Ingenieure haben wir den zweiten Platz belegt. Diese Rankings werden durch Mitarbeiterbefragungen erstellt. Und man wird nur bester Arbeitgeber, wenn man vieles für die Mitarbeiter macht, und die dann das Unternehmen gut bewerten, weil es beispielsweise tolle Arbeitszeitmodelle hat, weil es ein Gesundheitsmanagement hat, weil es Work/Life-Balance hat, weil viel Aus- und Weiterbildung angeboten wird. Die vielen Angebote, die wir im Bereich HR machen, haben dazu geführt, dass wir zum besten Arbeitgeber Deutschlands geworden sind. Bewerber können davon ausgehen, dass sie als Arbeitnehmer bei uns mehr geboten bekommen als in anderen Unternehmen.

Was unternehmen Sie, um geeignete Kandidaten für Ihr Unternehmen zu finden?

Das Wesentliche ist, als Arbeitgeber einen guten Ruf zu haben, das so genannte Employer Branding. Heute hat ein Ingenieur im Schnitt sechs Angebote nach dem Studium. Und da wird er in sozialen Netzwerken recherchieren, wird Freunde und Bekannte fragen. Wenn ein Bekannter zu Ihm sagt: Das ist toll, komm dahin, zählt das mehr als die beste Anzeige oder der teuerste Messestand. Dass wir alles tun, um ein guter Arbeitnehmer zu sein, ist heute das Entscheidende. Im letzten Jahr haben wir 1.000 Bewerbungen pro Monat bekommen – ohne Anzeigen zu schalten. Das zeigt, wie wir als Unternehmen mit gutem Ruf wahrgenommen werden. Und es ist auch Employer Branding, die Mitarbeiter zu halten. Man muss vieles dafür tun, dass die Mitarbeiter sich wohl fühlen und das auch nach außen tragen.

Wie nachhaltig ist Ihr Unternehmen – auch in der Personalarbeit?

Nachhaltigkeit wird bei uns durch Analyse der Fluktuationgemessen. Nachhaltigkeit heißt, dass wir mit unseren Mitarbeitern langfristig zusammenarbeiten wollen. 2011 lag die Fluktuationsrate bundesweit bei 7,3 Prozent, bei uns lag sie unter einem Prozent – das ist nachhaltig. Wir analysieren die Ergebnisse unserer regelmäßigen Mitarbeiter-Befragungenund leiten Maßnahmen daraus ab, um besser zu werden. Nachhaltigkeit heißt, immer daran zu arbeiten, besser zu werden.☐

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