(Bild: Michael Brunn, E&E)
Erschienen in: E&E Oktober 2011, S. 12
S&L  |  

Voller Durchblick aus Japan

Als Mountainbiker fährt Masaki Kakizaki am liebsten downhill. Die Industrial-TFTs von Mitsubishi Electric will er in Europa hingegen an die Spitze bringen. Dabei hat er aber nicht nur den kurzfristigen Erfolg im Blick * Michael Brunn, E&E

Das wichtigste Wort für den Umgang in deutschen Unternehmen kennt Masaki Kakizaki längst: Mehr als einmal begrüßt er die Kolleginnen und Kollegen in der Kantine mit einem fröhlichen „Mahlzeit“. Darauf beschränkt sich sein deutscher Wortschatz zwar nicht, aber neben seiner Muttersprache Japanisch ist natürlich Englisch die wichtigste Sprache in einem internationalen Unternehmen wie Mitsubishi Electric. Seit Ende 2009 arbeitet der ursprünglich aus Tokio stammende Masaki Kakizaki in der deutschen Mitsubishi-Electric-Niederlassung in Ratingen bei Düsseldorf, die für den Geschäftsbereich Semiconductors gleichzeitg als das europäische Headquarter fungiert. Seine Hauptaufgabe: „Eines meiner wichtigsten Projekte besteht darin, neben der erfolgreichen Markteinführung die Marke ‚Mitsubishi Electric‘ im Displaybereich zu positionieren und den Bekanntheitsgrad zu steigern. Unsere TFT-LCD-Module zeichnen sich durch höchste Zuverlässigkeit in der Anwendung, eine hohe Lebensdauer sowie Aufwärtskompabilität aus. Da sich unsere TFT-Module weiterhin auch für den Einsatz unter extremen klimatischen Umgebungsbedingungen eignen, haben wir den Slogan ‚Rugged TFT-LCD Modules – viewing excellence‘ entwickelt, um damit alle wichtigen Eigenschaften zusammenzufassen.“ Seine konkrete Tätigkeit besteht darin, die Sales-Kollegen, die bei den Kunden vor Ort sind, mit allem zu unterstützen, was sie brauchen: „Ich stelle den Kollegen die Road Map und die neuesten Technologien vor und führe auch Preisverhandlungen“, beschreibt er seine Tätigkeit. Und in manchen Fällen ist er auch mit den Sales-Kollegen zusammen bei den Kunden, um Fragen zu technischen Details und Markttrends zu beantworten. Dabei hatte Masaki Kakizaki ursprünglich gar keine Laufbahn in einem technischen Bereich geplant. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Asia-Universität in Tokio begann er seine berufliche Karriere bei einem anderen Display-Hersteller als Marketing- und Sales-Mitarbeiter für den japanischen Markt, wo er sich sein technisches Wissen aneignete. „Die Kunden wollten oft schnell technische Informationen von mir“, erinnert er sich. „Und da habe ich mich in diese Themen eingearbeitet, um schnell antworten zu können.“ Das tiefgehende und umfassende technische Wissen hält er auch für absolut essentiell in seinem Job. „Bei den Kunden hat man es sehr oft mit Spezialisten zu tun, die sehr spezielle Fragen stellen“, erklärt Masaki Kakizaki. Und Verhandlungsgeschick muss man mitbringen. „Ich koordiniere die Ansprüche sowohl der Kunden als auch des Unternehmens, um zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen“.

TFTs für den industriellen Bereich sind der Grund, warum Masaki Kakizaki in Deutschland ist.

* Michael Brunn, E&E

Ansehen von Mitsubishi hat gelockt

Insgesamt verbrachte Herr Kakizaki mehr als zehn Jahre in diesem Unternehmen, die letzten fünf Jahre betreute er weltweit die Key-Kunden. „In Japan war es üblich, sein ganzes Arbeitsleben bei einem Unternehmen zu verbringen“, erklärt der 38-jährige „Dieses Verhalten ändert sich mit meiner Generation, man wird flexibler.“ Und diese Flexibilität zeigte er auch selber, als er 2008 ein Angebot von Mitsubishi Electric bekam. Dabei waren letztlich zwei Gründe für ihn ausschlaggebend: „Ich mag Herausforderungen. Und in meiner alten Firma wurde es immer schwieriger, neue Herausforderungen zu finden. Ich hatte ja schon alles gemacht“, erklärt Masaki Kakizaki seine Entscheidung. Und nicht zuletzt war auch das Ansehen von Mitsubishi Electric als Arbeitgeber in Japan ein wichtiger Grund. Das Unternehmen genießt dort einen Stellenwert wie in Deutschland etwa Siemens. „Es ist eine Ehre, für so eine bekannte Firma arbeiten zu dürfen“, beschreibt Masaki Kakizaki die Bedeutung des Unternehmens aus japanischer Sicht. Nachdem er dort zunächst das TFT- Geschäft für Japan, Indien und Singapur betreute, kam Ende 2009 der Wechsel ans andere Ende der Welt. Und es gibt aus Sicht von Masaki Kakizaki einige Unterschiede zwischen Europa und Japan. „In Europa ist der Business-Stil viel direkter“, beschreibt er seine Erfahrungen. „Verantwortungen und Zuständigkeiten sind eindeutig geklärt, in Japan gibt es da eher Überlappungen.“ Auch das unterschiedliche Urlaubsverhalten ist ihm aufgefallen: Während in Japan alle gleichzeitig Urlaub machen, verteilen sich die Urlaubszeiten in Deutschland auf einige Monate. Und vor allem kann er in Deutschland die längeren Abende im Sommer genießen. „In Japan wird es auch im Sommer gegen sieben Uhr dunkel, und es ist sehr schwül.“ Die Helligkeit bringt aber auch Probleme mit sich: „Mein dreijähriger Sohn versteht nicht, warum er ins Bett soll, wenn es noch hell ist.“ Solange das das einzige Problem bleibt, ist es sicher zu verschmerzen.Denn ansonsten fühlt sich Masaki Kakizaki in Deutschland sehr wohl – nicht zuletzt wegen der Kollegen, mit denen er gemeinsam den europäischen Markt für Industrie-TFTs erobern will. „Die Arbeit macht mir einfach Spaß, weil wir alle gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten“, erklärt er. Dazu gehört nicht zuletzt auch das umfassende Nachhaltigkeitsprogramm „Eco Changes“, das Mitsubishi Electric seit einigen Jahren verfolgt. Für den zweifachen Vater Masaki Kakizaki ein wichtiger Aspekt. „Eine große Firma hat auch die Verantwortung, etwa für die nächste Generation“, erklärt er. „Und ich denke dabei nicht nur an meine eigenen, sondern an alle Kinder.“ Und gerade die Produkte, für die Masaki Kakizaki verantwortlich ist, leisten einen nicht unerheblichen Anteil zu Energieeinsparung und Reduzierung von Schadstoffen. „Unsere TFTs benötigen durch LED-Backlight nur noch etwa die Hälfte der Energie und enthalten kein Quecksilber mehr“, nennt Masaki Kakizaki die Vorteile. „Es ist einfach, nur einen Slogan zu haben – bei Mitsubishi Electric steckt mehr dahinter.“

Erst Familie, dann Hobbies

Wenig Zeit bleibt ihm momentan für sein Hobby: Das Mountain Bike steht derzeit nur im Keller. Mal davon abgesehen, dass die Region wenig Möglichkeiten zum Downhill-Fahren bietet, steht im Moment die Familie im Vordergrund: Im April wurde Masaki Kakizaki zum zweiten Mal Vater, seit wenigen Wochen ist seine ganze Familie auch in Deutschland. „Im Moment habe ich keine anderen Hobbies als die Familie“, erklärt er.Dass seine Deutschkenntnisse durchaus beeindruckend sind, beweist Masaki Kakizaki bei der Frage, was er am meisten vermissen wird, wenn er nach Japan zurückkehrt. „Spargel“, lautet seine spontane Antwort – natürlich auf Deutsch. Darüber hinaus wären es vor allem die Kollegen und Freunde – aber dank moderner Kommunikationsmittel ist Tokio dann doch nicht mehr so weit entfernt wie es das einmal war. Aber zunächst gibt es für ihn in Deutschland noch eine Menge zu tun. Denn sein nächstes Ziel ist immer noch sein aktuelles Ziel: Die robusten TFT-LCD-Module in den europäischen Markt einzuführen. „Wenn ich das erfolgreich umgesetzt habe, werde ich wohl wieder nach Japan zurückkehren“, erklärt er. „Und dort will ich mein Wissen und meine Erfahrungen mit den jungen Kollegen teilen, die Europa nicht kennen.“ Bis es soweit ist, wird Masaki Kakizaki sicher noch einige Male „Mahlzeit“ sagen.

• more@click-Code: EE811002

Kontaktdaten

Mitsubishi Electric Europe B.V.
Gothaer Str. 8
40880 Ratingen
Deutschland
T ++49 2102 486-0
F ++49 2102 486-1120
E-Mail schreiben
zur Website
GO TOP

E&E Kompendium 2011

Technik & Wissen

Abenteuer Anwendung

Management

Businessprofile

E&E Lexikon

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
SUCHEN