(Bild: Dominik Gierke)
Erschienen in: E&E Oktober 2011, S. 51
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Faszination Leistungselektronik

Leistungselektronik, so wie sie bei GvA betrieben wird, ist nichts für schwache Gemüter, denn hier geht es um weit mehr als nur um Energieumwandlung. Wer aber neugierig und offen für Neues ist, findet hier das optimale Betätigungsfeld. * GvA Leistungselektronik

Wenn man Werner Bresch, Geschäftsführer von GvA Leistungselektronik, fragt, was einen Entwickler in seinem Unternehmen erwartet, antwortet er ganz einfach: „Alles und nichts“. Das liegt aber weder daran, dass Herr Bresch sein Unternehmen nicht kennt oder dort nichts passiert – ganz im Gegenteil. Es liegt vielmehr daran, dass sich das Tätigkeitsfeld von GvA nicht in einem Satz zusammenfassen lässt. „Was wir bieten können, ist die Faszination Leistungselektronik“, so Werner Bresch. Und dazu gehören bei GvA natürlich die Leistungshalbleiter in ihren unterschiedlichsten Arten und Funktionsweisen, aber beispielsweise auch Mechanik und Elektrotechnik. Aber da hört es noch lange nicht auf. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kühlung in zahlreichen Formen: forcierte Kühlung, Flüssigkeitskühlung, Strömungslehre und sogar die Nasschemie sind weitere Bereiche, die eine Rolle in der täglichen Arbeit bei GvA spielen können. „Und da die Stromaufnahmen, die wir haben, alles andere als sinusförmig sind, gehört auch die Filtertechnik dazu“, so Werner Bresch. Und natürlich spielen die Applikationen selber eine wichtige Rolle,, in denen die Leistungselektronik sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen muss. „Das gesamte Spektrum der Elektrotechnik, das man kennt, wird über die Leistungselektronik berührt“, fasst er zusammen. „Das macht die Sache sehr interessant, spannend und herausfordernd.“ Thomas Schneider, Geschäftsführer GvA Leistungselektronik, ergänzt: „Was die Faszination an der Arbeit ausmacht und was ein Entwickler erwarten kann im Gegensatz zu vielen Arbeitsplätzen bei großen Konzernen, ist die Vielfalt der Anwendungen, mit denen man bei uns konfrontiert wird.“ Und auch die Vielfalt der Aufgaben: So gehört laut Thomas Schneider die komplette Betreuung der Entwicklungsaufträge vom ersten Kundenkontakt bis zum fertigen Gerät zu den Aufgaben eines Mitarbeiters in der Entwicklung. „Oftmals dimensionieren unsere Mitarbeiter mit dem potentiellen Auftraggeber zusammen erst die Plichten-/Lastenhefte und füllen diese mit Leben“, erläutert Thomas Schneider. „Der Mitarbeiter hilft dem Kunden, aus seiner Idee ein mit verschiedenen Leistungshalbleitern zu fertigendes Gerät zu generieren.“ Dazu gehören der permanente Kontakt zum Kunden während des gesamten Entwicklungsprozesses, die Umsetzung der theoretischen Ergebnisse in Prototypen und schließlich die Implementierung in Fertigungslinien beim Kunden. „Das bekommen Sie als Mitarbeiter bei der GvA alles mit“, erläutert Thomas Schneider. „Das macht es interessant, sich als Entwickler nicht nur mit einem Teilaspekt zu beschäftigen, sondern die leistungselektronischen Geräte in ihrer Vielfalt zu erleben.“ Und nicht ohne Stolz fügt er hinzu: „Und diese Erfahrungen, die Sie da sammeln, kriegen Sie bei anderen Firmen nicht.“

Nicht nur „Holzhammer“-Elektronik: Neben den Leistungselektroniken spielt auch die Ansteuerung eine wichtige Rolle.

* Dominik Gierke

Das ganze Spektrum: GvA Leistungselektronik deckt von der Entwicklung bis zur Fertigung den gesamten Prozess ab.

* GvA Leistungselektronik

Immer neue Herausforderungen

Gerade die Vielseitigkeit der täglichen Aufgaben ist es also, wodurch sich GvA Leistungselektronik deutlich von anderen Unternehmen unterscheidet. „In Großkonzernen haben Sie beispielsweise eine Fachabteilung für Traktionswechselrichter, und der Entwickler dort arbeitet nur im Bereich Traktionswechselrichter“, beschreibt Werner Bresch den Unterschied. „Das ist natürlich Leistungselektronik, aber nur eine schmale Facette. Im Gegensatz zu diesen Großkonzernen deckt die GvA Leistungselektronik eben einen weiten Bereich aller möglichen Facetten ab.“ „Es ist einfach eine Herausforderung“, führt Thomas Schneider weiter aus. „Man muss sich nicht tagtäglich, aber allmonatlich neuen Herausforderungen stellen, da die Anwendungen, die wir abdecken, so vielfältig sind. Das geht über das gesamte Spektrum, und Sie müssen sich einfach bei unseren kundenspezifischen Entwicklungen, die wir ja in erster Linie durchführen, immer wieder intensiv mit der Anwendung auseinandersetzen, um die Auftraggeber optimal beraten zu können.“ Zur optimalen Beratung gehört auch, dass GvA als unabhängige Firma dem Kunden optimale Lösungen anbietet. Zwar ist das Unternehmen auch als Distributor tätig, aber in den Entwicklungsdienstleistungen nicht auf das eigene Angebot beschränkt. „Wir gehen auf die Wünsche der Kunden ein, und wir dimensionieren und suchen die entsprechenden Bauteile herstellerunabhängig optimal für die Lösung aus“, beschreibt Thomas Schneider die Vorgehensweise. „Wir sind hier nicht reglementiert durch Distributionsverträge, wir haben keine Konkurrenzklauseln. Daher können wir Lösungen anbieten, die von anderen Firmen in der Art und Weise nicht unbedingt geboten werden können.“

Engagement und Begeisterung gesucht

Bei der Breite des Aufgabengebietes stellt sich die Frage, was potentielle Mitarbeiter mitbringen müssen – ein Studium alleine scheint kaum auszureichen. Aber da kann Thomas Schneider beruhigen, denn neben dem grundlegenden Elektronik-Wissen kommt es bei GvA vor allem auf Engagement und Begeisterungsfähigkeit an. „Sie werden als Berufsanfänger bei uns ein relativ breites Feld vorfinden, in dem Sie sich einarbeiten können und sukzessive mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen“, erklärt er. „Wir sind hier bestrebt, einen Mitarbeiterstamm zu halten und weiter auszubauen, der in der Lage ist, dieses breite Spektrum und die Denkweise, wie wir sie hier pflegen, auch weiter zu verfolgen.“ Werner Bresch ergänzt: „Es gibt nicht so viele Experten in diesem Bereich, selbst ich lerne noch jeden Tag hinzu. Da muss man anderen auch zugestehen, sich in der Aufgabe zu steigern und weiterzubilden.“ Erfahrung in der Leistungselektronik ist dennoch nicht von Nachteil – schützt aber nicht davor, immer Neues lernen zu müssen. „Nehmen Sie Ihr ganzes Leben als Studium, dann sind Sie genau richtig“, sagt Werner Bresch lachend. Thomas Schneider ergänzt: „Wenn ein Aspirant einen gewissen Background in einem Teilbereich der Leistungselektronik oder der Hochleistungselektronik mitbringt, ist das natürlich gut. Aber trotzdem wird auch er sich hier immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt sehen, die er dann aber auch freudig annehmen soll, weil sie ihm die Möglichkeit geben, über den Tellerrand hinauszuschauen.“ Dafür, dass dieses tägliche Lernen Spaß macht, ist Werner Bresch das beste Beispiel: „Ich bin seit 1979 in diesem Geschäft tätig. Es war mir noch keinen Tag langweilig und selbst im stolzen Alter von fast 60 Jahren lerne ich noch jeden Tag dazu“, beschreibt er seine eigenen Erfahrungen. „Und das ist das Schöne an der ganzen Geschichte: Es läuft nicht auf eine monotone, immer wieder durchgeführte Arbeit hinaus, sondern auf eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit mit immer wieder neuen Herausforderungen.“

Ein breites Spektrum

Zu den Herausforderungen gehören beispielsweise Projekte wie die Ausrüstung einer Fördertagebaubrücke. „Da haben wir für die größte fahrbare Maschine der Welt die Elektronik für die Antriebsmotoren geliefert“, erinnert sich Thomas Schneider. „Diese Maschine ist knapp 600 Meter lang, 250 Meter breit und wiegt etwa 13.000 Tonnen. Für diese Maschine haben wir insgesamt 25 Leistungselektroniken für die dort eingesetzten Mittelspannungsmotoren geliefert.“ Werner Bresch nennt ein weiteres spektakuläres Projekt: Hochleistungswechselrichter im Bereich induktiver Erhitzung und induktiven Schmelzens. „Das ist eine Energieumformung, mit der Sie zum Beispiel in der Lage sind, im Schmelzofen einen Luxuswagen in 8 Minuten in einen flüssigen Brei zu verwandeln“, erklärt er. „Man sieht hier auch die zahlreichen Facetten der Leistungselektronik. Das sind Teilbereiche der Leistungselektronik, die nicht alltäglich sind.“ „Natürlich geht es bei uns nicht ausschließlich um diese Leistungselektroniken. Diese ‚Muskeln’ müssen ja auch gesteuert werden“, fügt Thomas Schneider hinzu. „Diese Schnittstelle zwischen der Datenverarbeitung dieser Muskeln ist ein Thema, dem wir uns recht intensiv widmen müssen, um die sauberen Funktionen zu gewährleisten.“ „Gerade bei dieser Art von Leistungselektronik ist die Ansteuerung der Schlüsselpunkt für den sicheren Betrieb“, ergänzt Werner Bresch. „In keiner anderen Leistungselektronik ist ein Fehler oder eine Schwachstelle in der Ansteuerung so kritisch zu beurteilen wie bei diesen Wechselrichtern.“

Ins öffentliche Bewußtsein

Damit all diese Projekte auch in Zukunft erfolgreich bearbeitet werden können, braucht man auch bei GvA Nachwuchs – und profitiert laut Thomas Schneider dabei auch von einer veränderten Situation an den Hochschulen. „Bis vor sechs, sieben Jahren standen Universitäten vor der Wahl, ob sie die Studiengänge für Leistungselektronik schließen, weil die Nachfrage so gering war“, erklärt er. „Es hat sich einfach niemand für diese Holzhammer-Elektronik interessiert.“ Inzwischen hat die Energieumwandlung auch in der Öffentlichkeit einen völlig neuen Stellenwert bekommen und ist durch alternative Energien und Elektro-Fahrzeuge auch für den Nachwuchs wieder deutlich attraktiver geworden. „Die Bedeutung der Leistungselektronik wird anders eingeschätzt als es vielleicht noch vor zehn Jahren der Fall war“, glaubt Thomas Schneider. „Und das macht es auch für viele junge Leute wieder interessant, sich in diesen Bereich der Elektrotechnik zu begeben.“ Dafür ist GvA Leistungselektronik sicher nicht die schlechteste Wahl – denn wenn man Werner Breschs Aussage über das, was einen Entwickler hier erwartetet, noch einmal überdenkt, ist es letztlich sicher eher „alles“ als „nichts“.

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