Wer als Ingenieur in die Elektronik-Entwicklung geht, ist in der Regel von Technik begeistert. Damit ist man in den meisten Unternehmen zunächst einmal auch gut aufgehoben – bis sich irgendwann die Frage nach beruflichen Perspektiven stellt. Klassische Unternehmenshierarchien sehen – abhängig von der Unternehmensgröße – meist den Aufstieg zu Gruppen-, Abteilungs- oder Bereichsleitern vor. Das bedeutet in der Praxis aber fast immer: Deutlich weniger Technik, dafür Personalverantwortung und oft auch viel Bürokratie. Hier muss man sich als Ingenieur dann die Frage stellen: Will ich mich weiter mit Technik beschäftigen und verzichte dafür auf den beruflichen Aufstieg oder gebe ich die Technik zugunsten der Karriere zumindest teilweise auf? Diese Problematik ist auch beim Distributor Arrow bekannt – und dort hat man eine Lösung gefunden, wie FAEs ihre Neigung zur Technik mit einer beruflichen Weiterentwicklung sinnvoll kombinieren können. Die Personalabteilung von Arrow hat speziell für FAEs neue Karrierepfade im Unternehmen entwickelt – und das unter Berücksichtigung aller beruflichen Entwicklungsstadien vom Einsteiger bis zum FAE mit langjähriger Erfahrung.
* Michael Brunn
Anreize schaffen
Der Kampf um die besten Köpfe spielt gerade in der Elektronik-Industrie eine große Rolle. „Uns war es wichtig, Anreize zu schaffen, so dass die Kollegen die Möglichkeit haben, sich in ihrer Position weiterzuentwickeln, ohne das Unternehmen zu verlassen,“ erklärt Susanne Delmer, Director Human Resources Arrow Central Europe und maßgeblich an der Entwicklung des Karriere-Programms beteiligt. Aber auch für potentielle Neuzugänge sollen die Karriereperspektiven einen Anreiz bilden. „In Bewerbungsgesprächen ist immer die dritte oder vierte Frage die nach den Entwicklungschancen im Unternehmen“, so Frau Delmer. Denn auch ein Unternehmen wie Arrow kann sich in Sachen Organisationsstrukturen nicht mit Unternehmen wie Siemens, Bosch oder Daimler vergleichen, die aufgrund ihrer Größe ganz andere Möglichkeiten bieten. Umso wichtiger ist es für Susanne Delmer und ihre Kollegen, aus den vorhandenen Strukturen für die FAEs möglichst interessante Perspektiven zu entwickeln.
Technologie statt Personalverantwortung
Ausgangspunkt für den neuen Karriereplan war die Feststellung, dass viele FAEs wenig Interesse an Personalverantwortung zeigen. Der Schwerpunkt sollte daher auf die technologische Spezialisierung und auf mehr Kundenverantwortung gelegt werden, nicht auf eine klassische Management-Karriere. Das System sieht drei Karriere-Ebenen vor. Schon Einsteiger am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn werden daher durch fachliche und methodische Trainings konsequent auf die nächsten Karriereschritte vorbereitet. Dabei steht aber zunächst immer eine generalistische Ausbildung im Mittelpunkt. Mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung kann dann der nächste Karriereschritt erfolgen, der beispielsweise die Übernahme von größeren Kunden, die Übernahme von mehr Verantwortung gegenüber Lieferanten aber auch eine technologische Spezialisierung bedeuten kann. Die dritte Karriere-Ebene für FAEs mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung sieht ebenfalls die Spezialisierungsmöglichkeiten auf Kunden oder Technologien vor. Als Key Account FAE bietet sich beispielsweise die Möglichkeit, die Top-Kunden – und damit echte Global Player – zu betreuen. Dabei enden die Perspektiven nicht an der deutschen Grenze: Das Karriereprogramm ist europaweit aufgebaut – und die Ausweitung darüber hinaus nicht ausgeschlossen. Mit dem neuen Programm will man bei Arrow nicht zuletzt auch der zunehmenden Bedeutung der FAEs für das Unternehmen gerecht werden. „Heute ist es so, dass der FAE zusammen mit dem Sales-Spezialisten die treibende Kraft beim Kunden ist“, erläutert Susanne Delmer. „Es müssen so viele Dinge von einem tiefgehenden technischem Verständnis untermauert sein.“ Bei den knapp 100 FAEs im Unternehmen findet der neue Karriereplan auf jeden Fall große Zustimmung – und macht den Distributor sicher für potentielle neue FAEs interessanter.
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