Der Chaostheorie zufolge kann der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Wirbelsturm auf der anderen Seite des Erdballs auslösen. Für diese tierische Gemeinheit hat sich der Mensch mittlerweile standesgemäß gerächt – mit dem Airbus A380. Wie aktuelle Messergebnisse belegen, bläst der Start des Großraumflugzeugs alle Luftbewohner im Umkreis von 100Kilometern aus ihrer Flugbahn. Doch nicht nur die Fauna ist betroffen. Theoretisch erzeugt der A380 beim Start einen künstlichen Jetstream, der kleinere nachfolgende Flugzeuge tagelang im Kreis wirbelt. Das birgt nicht nur ein gewisses Risiko, sondern sorgt auch für Unmut bei den Passagieren und nicht haltbare Zustände. Ob sich eine Änderungen der A380-Aerodynamik noch lohnt, lässt sich angesichts aktueller Diskussionen nicht abschließend sagen. Aber bei allen neuen Modellen will Airbus Luftwirbel und Co. natürlich ausschließen. Deshalb erforscht und testet der Flugzeugbauer ausgiebig das Strömungsverhalten von Flugzeugteilen im Windkanal. Einer der Tunnel steht in Bremen und ist speziell auf Start- und Landephasen ausgerichtet. Beim Test spielen so genannte Mehrlochsonden als zuverlässiges Instrument zur Strömungsmessung eine besondere Rolle. Diese Sonden werden vor und nach dem Einsatz mit Hilfe von Industrierobotern aus dem Hause Denso kalibriert. Im Gegensatz zu den meisten Roboter-Anwendungen geht es dabei nicht um Schnelligkeit, sondern um absolute Genauigkeit. Die Roboter müssen also sehr feinfühlig sein, ganz wie ein Schmetterling.☐
