Erschienen in: A&D Oktober 2011, S. 26
Auftakt  |  

Nachhaltigkeit als Unternehmensanspruch

A&D hat Unternehmer Gerhard Bachmann mit fünf Thesen zu sozialem Engagement, neuen Energien sowie dem Umwelt- und Klimaschutz konfrontiert. *  Fragen & Foto: Mathis Bayerdörfer, A&D  

Glückliche Kühe geben mehr Milch – das gilt auch pauschal für die Personalführung in der Industrie.

Falsch. Denn wenn man nur jemanden Glücklich macht, damit er mehr Milch gibt, dann ist das Manipulation. Das führt weder zu geistiger Freiheit, noch zu Wohlstand. Aber in einem gegenseitigen Geben und Nehmen ist soziales Engagement keine Einbahnstraße. Das Engagement des Mitarbeiters und die Leistungen der Firma müssen ausgeglichen sein.

Soziale Verantwortung als Unternehmer setzt gut gefüllte Kassen voraus.

Falsch. Es ist genau umgekehrt: Erst muss die soziale Verantwortung im Unternehmen groß geschrieben werden. Nur so können wir im Team die Ziele des Unternehmens umsetzen. Dann füllen sich auch die Kassen.

Nachhaltigkeit und Industrie funktionieren nicht zusammen – das sind eher Gegensätze.

Falsch. Es ist gerade umgekehrt, beides bedingt sich. Die Industrie ist nachhaltig, denn sie kann nicht jeden Tag etwas Neues machen. Man will es ja auch seinen Mitarbeitern nicht antun, sich für ein Produkt anzustrengen, das gleich wieder vom Markt verschwindet. Dadurch sind die zwei Begriffe untrennbar verbunden.

Automation ist eine Schlüsseltechnologie für den Umwelt- und Klimaschutz.

Richtig. Dem stimme ich voll zu, denn die Umsetzung von Umwelt- und Klimaschutz geschieht über Automatisierung. Davor muss aber erstmal das Bewusstsein in der Bevölkerung sowie die richtigen politischen Bedingungen geschaffen werden. Letzten Endes gibt es saubere Energie im Überfluss – man muss sie nur nutzen.

Der japanische Störfall wird die Wende zu regenerativer Energie beschleunigen.

Richtig. Man hat hier gesehen, was das Wort Restrisiko bedeutet. Nämlich nichts anderes als: volles Risiko. Und deshalb ist an dieser Stelle eher eine Zwangsbeglückung notwendig als freiwillige Ethik. Denn mit den Energiekonzernen ist es wie mit den Banken – mit ethischen Grundsätzen ist es nicht getan. Auswirkungen einer bestimmten Technologie auf die Sicherheit der Bevölkerung müssen einfach gesetzlich geregelt sein.☐

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