Erschienen in: A&D März 2010, S. 6
Tir  |   Sick

Die drei Gebote

Zeitgemäßer Ansatz für die Absicherung von Gefahrenstellen

Sicherheitstechnik soll vielseitig sein, dazu robust und unkompliziert im Einsatz. Mit seinen Safety-Produkten geht Sick konsequent auf diese Ansprüche ein. *  Text: Mathis Bayerdörfer, A&D Fotos: Sick

Sick verfolgt aufmerksam die Produktions- und Vertriebsstrategien seiner Kunden. Dabei registriert der Anbieter von Sicherheitstechnik schon seit Jahren bestimmte Entwicklungen: Um näher am Kunden zu sein, verlagern Maschinenbauer und Endanwender nach wie vor Produktionskapazitäten ins Ausland. Weit ab vom Stammhaus kann das schnell zu Problemen bei der Service-Reichweite führen. In internationalen Produktionswerken setzen Unternehmen vermehrt auf günstige, mäßig qualifizierte Arbeitskräfte – Spezialisten und hochqualifizierte Mitarbeiter sind immer seltener anzutreffen. „Man muss heute mit immer weniger Ressourcen klar kommen“, bestätigt Claus Melder, Vertriebsleiter bei Sick. „Maschinenbauer erwarten, dass zugekaufte Komponenten ohne großen Aufwand zu verbauen und zu betreiben sind.“ Zu diesen Trends gesellt sich der heutige Anspruch an eine flexible Produktion. „Unterschiedliche Produkte werden hintereinander auf der gleichen Produktionsanlage gefahren“, erklärt Sick-Geschäftsleiter Georg Plasberg. „Maschinen müssen schnell umgerüstet und neu eingestellt werden.“ Die dafür notwendige Flexibilität setzt eine enge Verzahnung von manuellen Tätigkeiten und Automatisierungstechnik voraus. Denn eine direkte Interaktion zwischen Mensch und Maschine kann den Produktionsprozess oft deutlich beschleunigen. Diese Zusammenarbeit beeinflusst die Sicherheitstechnik natürlich stark. Erfolgreiche Unternehmen müssen mit der Kombination von drei Entwicklungen zurechtkommen: eine flexible Produktion über ein weites Standortnetzwerk sicherstellen – mit zunehmend weniger Ressourcen und Personal. Für einfache Bedienung und Wartung überall auf der Welt setzen viele Maschinenbauer deshalb auf standardisierte und modulare Anlagen. Das betrifft auch die Lieferantenkette: Verbaute Komponenten müssen ohne Spezialisten installiert und gewartet werden. Als Zulieferer des Maschinenbaus verfolgt Sick diesen Ansatz konsequent. Um seine Kunden in solchen Situationen zu unterstützen, setzt das Unternehmen verstärkt auf drei Eigenschaften für seine Produkte – unkompliziert müssen sie sein, dazu robust und flexibel in der Anwendung.

Nur drei Schritte bei Installation und Inbetriebnahme: das Kamerasystem V300 für die Absicherung von Bedienereingriffen
Keine Chance für Kratzer: Sick verwendet für die Frontscheiben seiner Lichtgitter ein besonders hochwertiges Material

Easy

Den ersten Anspruch nennt Sick „easy“ und meint damit die einfache Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Sicherheitskomponenten. Es mag banal klingen, doch schon die Montage eines Lichtvorhangs lässt sich deutlich vereinfachen. „So wie es alle anderen machen, reicht es uns nicht. Unsere Installation muß einfach sein“, so Melder. Dafür bietet der kompakte Sicherheitssensor miniTwin4 das passende Beispiel. „Zwei simple Änderungen schließen eine falsche Montage von vornherein aus.“ Beide Elemente des Lichtvorhangs sind sowohl Sender als auch Empfänger. Eines sendet im oberen Bereich und empfängt unten, das andere umgekehrt. Dazu kommt eine Änderung des Designs – die Vorderseite ist abgerundet, damit kann das Gitter nur noch korrekt installiert werden. Dass dieser Kundenmehrwert zudem einen Design-Preis bescherte, ist angenehmer Nebeneffekt für Sick. Der gleiche Ansatz gilt auch für die anderen Safety-Sensoren des Unternehmens. Als weitere Referenz sei das sichere Kamerasystem V300 genannt. Montiert in einer Ecke des für den Bedienereingriff vorgesehenen Maschinenausschnitts, bietet es eine smarte Alternative zu klassischen Lichtgittern. Einbau und Inbetriebnahme beschränken sich auf drei Handgriffe: Gerät mittels zwei Schrauben befestigen, Reflektorband aufkleben und den Knopf zum Teachen drücken – schon ist der Gefahrenbereich abgesichert. Dabei versichert der Vertriebsleiter: „Easy darf sich natürlich kostenseitig nicht negativ für den Anwender auswirken. Ein attraktiver Preis ist Grundvoraussetzung, um Komponenten weltweit verkaufen zu können.“

Robust

Im internationalen Einsatz müssen Komponenten und Maschinen mehr aushalten. In vielen Gebieten der Erde herrschen rauere Bedingungen in der Produktion, als wir hierzulande gewöhnt sind. Das bedeutet nicht, dass es anderswo immer staubiger und schmutziger ist. Schon eine deutlich abweichende Luftfeuchtigkeit oder Umgebungstemperatur kann zum Ausfall der Elektrotechnik führen. Auch der Schutz gegen Über- sowie Unterspannung ist je nach Einsatzland essenziell wichtig.Deswegen legt Sick den zweiten Fokus seiner Strategie auf robuste Komponenten. Statt auf vielfältige Diagnosefunktionalität für Stör- und Ausfälle setzen die Sicherheitsspezialisten aus dem Schwarzwald auf Widerstandsfähigkeit. „Wo nichts kaputt geht, ist Diagnose überflüssig“, kommentiert Plasberg die Sick-Denkweise. „Deswegen sind die Komponenten so ausgelegt, dass sie überall auf der Welt fehlerfrei funktionieren.“ Die Sick-Geräte sind widerstandsfähig gegen Stöße, Vibrationen und Schock. Auch Umgebungslicht oder EMV-Einflüsse entfallen als mögliche Störquellen. Ein passendes Beispiel kommt wieder aus dem Bereich der Sicherheitslichtvorhänge. Deren Frontscheiben werden in der Umgebung von Pressen oft stark in Mitleidenschaft gezogen, wenn die Bestückung noch per Hand erfolgt. Sick verwendet deswegen ein sehr hochwertiges Material, damit die Lichtgitterfront bei der Blechzuführung keinen Schaden nimmt. „Man muss aus den Applikationen lernen“, sagt Melder. „Solchen Mehrwert erfindet man nicht am Schreibtisch.“

Flexibel

Allgemein geht der Trend weg von der manuellen Beschickung einer Maschine, aber auch von starren, vollautomatisierten Produktionsanlagen. Denn letztere erreichen die heute geforderte Flexibilität nicht. Eine Zwischenstufe hat sich etabliert – moderne Anlagen sind in der Regel modular aufgebaut. Ganz nach Bedarf kombiniert und modifiziert der Anwender die einzelnen Module. Je näher die Anforderung in Richtung Losgröße 1 geht, umso häufiger ändern sich die Einstellungen an den Maschinen. Dann muss die Sicherheitstechnik reibungslos mitspielen. Denn die Produktionsmitarbeiter müssen bei der Parametrierung direkt an die einzelnen Gefahrenstellen. Diese wiederum verschieben sich je nach Einstellung oder Arbeitszyklus. Im Servicefall müssen die betroffenen Module zudem schnell gesichert und zugänglich sein, damit die übrige Anlage weiterlaufen kann. Der traditionelle Sicherheitszaun bietet hier keine Lösung, denn die flexible Produktion erfordert flexible Sicherheitstechnik – möglichst nah an der Gefahrenstelle und direkt an der Maschine angebracht.

Kein Mehraufwand

Damit diese Vielseitigkeit bedienbar bleibt, stehen sich „Easy“ und flexibel bei Sick ergänzend gegenüber. Die Funktionsvielfalt darf wachsen – aber nicht der Aufwand für Installation und Bedienung. Auch nicht mit zunehmender Intelligenz der Geräte. Die Strategie zeigt Parallelen zur Consumer-Elektronik. Ein Paradebeispiel sind moderne Mobilfunkgeräte: Ohne Tastatur, aber mit unglaublicher Funktionalität sind sie fast intuitiv in der Bedienung. Oder auch die für Office-IT und Heim-PC viel verwendete USB-Schnittstelle. Ob Maus, Drucker oder Speichermedium, die Schnittstelle erkennt von alleine, welches Gerät angesteckt ist. Sick adaptiert diesen Anspruch auf seine Sicherheitskomponenten. „Unser Aufwand wird immer größer, um es dem Anwender immer einfacher zu machen“, sagt Melder. Nach dieser Maxime funktionieren die Laserscanner S300 und S3000. Sie sind dafür ausgelegt, mehrere Schutzfelder zu überwachen und eignen sich besonders für Maschinen mit regelmäßig wechselnden Arbeits- und Schutzbereichen. Aber auch bei AGVs (AGV = Automated Guided Vehicle) erfüllen die Scanner alle wichtigen Voraussetzungen. Sie passen das Schutzfeld beim Richtungswechsel automatisch an und kommunizieren bei Bedarf untereinander.

Passende Steuerung

Die Sicherheitssensoren von Sick sind passend auf die hauseigene Steuerungstechnik abgestimmt. Eine Kombination – etwa Laserscanner S300 und Kompaktsteuerung Flexi – bietet dem Anwender weiteren Mehrwert. Durch die EFI-Schnittstelle (EFI = Enhanced Function Interface) wird der Sensor zudem noch intelligenter. Das Sicherheitssystem kann dann bei Bedarf Messdaten auswerten oder zusätzliche Ausgangssignale bereitstellen. Zusätzlich stehen Gateway-Module für die Integration der Sicherheitsanwendung in alle gängigen Automatisierungsnetzwerke zur Verfügung. Als eigenständiges Subsystem gewährleistet die Safety dabei stets die erforderliche Flexibilität. Der Sick-Anspruch an die eigenen Produkte bleibt ein kontinuierlicher Prozess. Die nächste Produktgeneration soll noch einfacher zu bedienen, noch robuster und noch vielseitiger sein. „Getragen von der Unternehmenskultur im Hause Sick, entwickelt dieser Prozess eine beeindruckende Dynamik“, resümiert Melder.☐

• more@click-Code: AD6378210

Kontaktdaten

SICK AG
Erwin-Sick-Straße 1
79183 Waldkirch
Deutschland
T +49-7681-202-0
F +49-7681-202-3863
E-Mail schreiben
zur Website
GO TOP
more@click

A&D-Reportage

A&D-Markt

Businessprofile

A&D Lexikon

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
SUCHEN