Zu jedem Schloss gibt es einen passenden Schlüssel. Dieses Prinzip kennzeichnet seit Jahrhunderten die Grundlagen der Sicherheitstechnik. Doch das Schloss und der dazu passende Schlüssel garantieren nicht, dass auch wirklich nur berechtigte Personen Zugang erhalten, einen PC benützen oder den Drucker bedienen. Gewöhnliche Identmedien wie normale Schlüssel, Chipkarten oder Zugangscodes und Passwörter geben dem Besitzer oder Wissenden den Weg frei. Wer einen Schlüssel besitzt, kann ihn aber auch verlieren oder verlegen; wer ein Passwort nutzt, kann es vergessen. In beiden Fällen kann ein Mitarbeiter den Schlüssel auch einfach unberechtigt weitergeben. Biometrische Zugangssysteme berechtigen nicht das Identmedium, sondern den Menschen. Der Fingerprint als biometrischer Schlüssel gewährleistet, dass nur die berechtigte Person Zugang erhält. Nur die betreffende Person wird eingelassen, kann den PC entsperren oder Dateien ausdrucken. Den Schlüssel zu vergessen, verlegen oder zu verlieren, ist kaum möglich; eine unberechtigte Weitergabe nahezu ausgeschlossen.
Komfort und Sicherheit in einem System
Mittels Fingerprint alle Bereiche eines Unternehmens abzusichern, ist konkurrenzlos komfortabel. Ob Zutritt, Zeiterfassung, Druckersteuerung oder PC-/Laptopabsicherung: Fingerprint ermöglicht alles aus einer Hand. Fingerprint-Zugangslösungen teilen Berechtigungen einfach zu und verwalten sie sicher, egal in welchem Unternehmensbereich. Da die Körpermerkmale zum Berechtigten gehören, kann der Mitarbeiter sie weder wie einen Schlüssel oder eine Karte verlieren, noch wie ein Passwort oder einen Code vergessen. Für das Konzept spricht daneben auch der Komfort für die Mitarbeiter. Der Anwender tritt einfach an den Fingerscanner heran und lässt seinen Finger erfassen. Dies dauert nur wenige Sekunden und der Zugang für die berechtigte Person ist freigegeben. Das System garantiert den Unternehmen einfache Handhabung und Verwaltung sowie erhöhte Sicherheit. Die Hürde, ein Fingerprint-Zugangssystem zu überwinden, ist hoch; den meisten Kriminellen fehlt schlichtweg das Wissen dazu. Die Existenz einer biometrischen Absicherung schreckt ab. Denn noch weitere Sicherheitsmaßnahmen könnten getroffen sein, zum Beispiel Bewegungsmelder oder eine Alarmanlage.
Preisvergleich und Preisentwicklung
Ein modernes netzwerkfähiges RFID-Zutrittskontroll-System, das bis zu 2000 Transponder verwaltet, liegt inklusive Software bei etwa 1500 Euro. Jeder Transponder ist zudem mit etwa fünf Euro zu veranschlagen. Bei 1000 Berechtigten sind Gesamtkosten von rund 6500 Euro zu kalkulieren. Ein vergleichbares biometrisches System auf Fingerscanbasis liegt, zusammen mit der Verwaltungssoftware, bei unter 1500 Euro. Bei einem kleineren Personenkreis reichen auch Fingerscanner mit einer geringeren Speicherkapazität, sodass auch hier die Fingerscanner gegenüber den RFID-Geräten konkurrenzfähig sind. Ein RFID-System ist auf den ersten Blick bei sehr vielen zu sichernden Bereichen und gleichzeitig wenigen Berechtigten kostengünstiger in der Anschaffung. Folgekosten, die verlorene, beschädigte oder entwendete Transponder mit sich bringen, sind jedoch ebenso zu berücksichtigen. Der Komfortgewinn und die geringeren Folge- und Verwaltungskosten machen Fingerscanner schlussendlich in allen Bereichen zu einer wirklichen Alternative gegenüber den herkömmlichen RFID-Systemen. Hochwertige Fingerscanner sind bereits ab etwa 450 Euro erhältlich. Die Entwicklungskosten in diesem Bereich sind so hoch, dass ein deutlicher Preisverfall vorerst nicht zu erwarten ist. Insbesondere bei biometrischen Systemen ist beim Kauf stets auf Qualität zu achten. Ein Sicherheitssystem muss vor allem sicher sein. Ist es das nicht, so hat es als ernst zu nehmende Maßnahme keine Berechtigung.
Fingerleichte Zutrittskontrolle
Unter allen verfügbaren biometrischen Systemen haben sich Fingerscanner durch die sehr guten Resultate bei Zuverlässigkeit, Nutzerfreundlichkeit und Akzeptanz hervorgetan. Ekey hat sich deshalb hierauf spezialisiert und für Unternehmen- und Organisationen ekey net entwickelt. Ekey net ist ein netzwerkbasierendes Zutrittssystem auf Server- und Terminalbasis. Mit der entsprechenden Software ist es möglich, innerhalb eines Unternehmens unterschiedliche Zutrittsbereiche einfach zu verwalten. An einem Standort werden beliebig viele Fingerscanner zum Öffnen von Türen, zur Zeiterfassung, aber auch als Kassensysteme oder zur Druckersteuerung eingesetzt. Die Daten werden zentral erfasst und verwaltet. Darüber hinaus ist die Lösung standortübergreifend einsetzbar. Die Funktionsweise ist einfach: Ein neu eingestellter Mitarbeiter bekommt weder einen Schlüssel noch eine Zutrittskarte oder einen Code. Stattdessen zieht er an seinem ersten Arbeitstag zum Beispiel seinen Mittelfinger über den Fingerscanner. Dabei werden die biometrischen Daten des Mittelfingers nicht als Bild, sondern als binärer Code im System gespeichert. Ab diesem Zeitpunkt ist sein Finger der Schlüssel. Gleichzeitig werden durch den Administrator die entsprechenden Zutrittsbereiche innerhalb des Unternehmens oder der Behörde festgelegt. Das heißt: Ab sofort haben nur noch die IT-Mitarbeiter und die Mitglieder der Geschäftsführung Zutritt zum Serverraum, die Kassierer öffnen die Kassen mit einem einfachen Ziehen des Fingers über den Scanner, der Etagendrucker druckt die gewünschten Dateien nach einem Fingerstreich oder das Kommen und Gehen von Mitarbeitern wird erfasst.
Biometrische Daten sicher schützen
Für jede Berechtigung kann zudem eine bestimmte Uhrzeit definiert werden. So könnte zum Beispiel die Reinigungskraft das Büro nur zwischen 17 und 20 Uhr betreten dürfen. Für den Erfolg biometrischer Systeme ist es entscheidend, den Anwendern zu versichern, dass ihre gespeicherten Daten nicht missbraucht werden. Über den Branchenverein TeleTrusT arbeiten einige Biometriehersteller eng mit den Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern zusammen, um stets datenschutzkonforme Produkte anzubieten. Grundsätzlich kann man zwischen aktiven und passiven Systemen unterscheiden. Bei der überwiegenden Mehrheit der Systeme ist es erforderlich, dass der Nutzer seine Daten freiwillig abgibt und auch freiwillig wieder überprüfen lässt. Mit der Einwilligung des Nutzers ist es dann auch datenschutzrechtlich unbedenklich, ein biometrisches System zu betreiben. Einige Systeme sind in der Lage über ein Logfile zu erfassen, welcher Nutzer sie wann zuletzt verwendet hat. Ein Logfile ist hierbei eine digitale Liste der Anwender mit Datum und Uhrzeit ihrer Systemnutzung. So ein Logfile eignet sich auch zur Zeiterfassung. Sollte in einem Unternehmen der Betriebsrat nicht damit einverstanden sein, dass das Logfile für etwas anderes als die Zutrittsberechtigung genutzt wird, gibt es aber auch hierfür Lösungen. Bei der Lösung von Ekey zum Beispiel wurde eine so genannte Betriebsratsfunktion vorgesehen. Es ist hierbei dem Administrator nur möglich, das Logfile einzusehen, wenn eine fest definierte Person dies freigibt (zum Beispiel ein Betriebsratsmitglied).
Schlüssel und Karten gehören zum alten Eisen
Eine Lösung mit Fingerprint bietet Komfort und Sicherheit für Unternehmen, denn alles ist aus einer Hand. Herkömmliche Schlüssel, Karten oder Codes gehören der Vergangenheit an. Vergessen, Verlieren und die unberechtigte Weitergabe fallen bei der Kalkulation von Folgekosten weg. Ein Schlüssel, der abhanden gekommen ist, erhöht den Aufwand an verlorener Arbeitszeit und birgt ein erhebliches innerbetriebliches Konfliktpotenzial, das mit einer Fingerscanlösung entfällt. Hierdurch entspannt sich schlussendlich auch das Betriebsklima, da ärgerliche Schlüsselverluste nicht mehr vorkommen. Noch sind Unternehmen mit biometrischer Absicherung in der Minderheit, die Zahl wächst aber rasant. Im Auftrag des deutschen Branchenverbandes Bitkom haben Roland Bergers Strategy Consultants eine Studie über die Entwicklung des Biometrie-Marktes erstellt. Ergebnis: Die Umsätze für Biometrie in Deutschland werden demnach von 120 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 300 Millionen Euro im Jahr 2010 anwachsen. Außerdem erwartet Roland Berger, dass die Fingerprint-Erkennungssysteme die wichtigste Technologie der Branche bleiben. Das wird durch eine Umfrage der Biometric Group bestätigt: Fast jedes zweite befragte Unternehmen, das biometrische Lösungen einsetzen möchte, will in Fingerscan-Systeme investieren. In einigen Jahren wird der Einsatz von Fingerscannern im täglichen Leben für uns selbstverständlich sein. Der dicke Schlüsselbund gehört dann der Vergangenheit an. Man wird ohne herkömmliche Schlüssel, Karten oder Codes auskommen. Das Merken der vielen Passwörter und PINs wird wegfallen. Der Finger ersetzt sie alle.
Literatur und Bildunterschriften
- [1] Biermann, Heinz u.a. [Red.]: White Paper zum Datenschutz in der Biometrie. TeleTrusT Deutschland. Berlin 2008. [2] BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. [Hrsg.]: Biometrie Referenzprojekte. Berlin 2008. [3] Bromba, Manfred: Biometrie und Sicherheit. Aufsatz. 29. Oktober 2002. [4] Graevenitz, Gerik von: Erfolgskriterien und Absatzchancen biometrischer Identifikationsverfahren. Berlin 2006. [ManagementWissen aktuell ; Bd. 14] [5] Laßmann, G. [Red.]: Bewertungskriterien zur Vergleichbarkeit biometrischerVerfahren. Kriterienkatalog Version 3.0. TeleTrusT Deutschland. Berlin 2006. [6] http://www.ekey.net
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