Ob Flughafen, Hochseehafen oder Pipeline: Maßgeblich für den Erfolg sicherheitstechnischer Maßnahmen ist unter anderem die Qualität des Informationsflusses. Zentraler Faktor ist die Zeit. Das heißt: Wie schnell gelangt die Meldung eines Ereignisses zu einem Entscheider? Wie schnell ist dieser Entscheider – ein Wachmann in einer Sicherheitsleitstelle – soweit im Bilde, um die richtigen Entscheidungen zu treffen?
Wie verwertbar die eingehende Information ist, bedingt wie effizient der Wachmann das Ereignis analysiert und wie effektiv die eingeleiteten Maßnahmen sind. Moderne Sicherheitssysteme ermöglichen deshalb, Situationen präzise zu bewerten. Das gilt grundsätzlich für alle Bereiche der Sicherheitstechnik. Siemens hat eine Leitstelle entwickelt für kritische Infrastrukturen wie Flughäfen, Häfen, Massenverkehrsmittel, Energie oder für Industriekomplexe etwa Öl und Gas, Petrochemie, Schwerindustrie. Sie ist Bestandteil der Produktfamilie Siveillance. Die Lösung kombiniert intelligente Videofunktionen mit den Funktionen einer Leitstelle. Dieser Ansatz ermöglicht, Entscheidungen schnell und effizient zu fällen, für Routineabläufe und Prozesse ebenso wie in Krisen und Notfällen. Siveillance SiteIQ, die Videolösung des Systems, bietet eine wichtige Voranalyse der Bilddaten, gesteuert durch Algorithmen und voreingestellte Parameter. Das Sicherheitspersonal in den Leitstellen wird dadurch entlastet. Die Lösung klassifiziert die aufgezeichneten Ereignisse in Echtzeit. Objekt-Verfolgung und -Klassifizierung heißt ein Vorgang, der permanent auf die eingehenden Videodaten angewendet wird. Er leitet seinerseits die Menschen an den Bildschirmen. Das System kann Vertrautes von Unbekanntem unterscheiden. Es klassifiziert sämtliche beweglichen Objekte im Sichtfeld der Kameras und versieht sie mit Identifikationsbezeichnungen. So lassen sich Bewegungen von Personen oder Fahrzeugen in einem definierten Areal oder Gebäude visuell und kontextbezogen darstellen. Ein dreidimensionales Modell zeigt die augenblicklichen Standorte der betreffenden ID an und den zurückgelegten Weg. Wenn ein Objekt gegen definierte Regeln verstößt, erzeugen diese eine Nachricht an den Wachmann. Ein präziser Informationsvorsprung, den herkömmliche Videoanlagen nicht bieten.
Die Hauptschlagadern der mobilen Gesellschaft: Pipelines mit einem Kabel sichern
Ein Anwendungsbereich für Siveillance SiteIQ sind Pipelines, die Hauptschlagadern der mobilen Gesellschaft mit ihrer differenzierten Wirtschaft. Werden sie ernsthaft geschädigt, drohen schwerwiegende Folgen für Ökonomie und Ökologie. Hauptrisiken: in der Nähe der Pipelines wird gebaut, Wasserschäden, Röhren sind verstopft, aber auch Vandalismus oder Sabotage. Dennoch sind Pipelines nicht selten weitgehend ungeschützt, denn sie verlaufen über weite Strecken, tausende Kilometer über freies Feld. Sicherheitskonzepte haben der besonderen Kombination aus Größe und Gefährdungspotenzial der Anlage Rechnung zu tragen.
Siemens bietet eine integrierte Sicherheitslösung, die darauf zugeschnitten ist. Die Lösung basiert auf Siveillance und einem gesicherten Glasfaserkabel als Manipulations-Sensor mit integrierbaren Hardware-Software-Komponenten. Das Glasfaserkabel, das Daten übermittelt, wird entlang der Pipeline verlegt. Durch dieses Kabel wird ein Laserstrahl geschickt und dessen Reflexionen gemessen. Eventuelle Abweichungen des Strahls, die auf eine Störung hinweisen, werden ausgewertet; eine Kontrolleinheit überträgt sie an die zentrale Einsatzleitstelle Siveillance ELS. Die Meldegenauigkeit beträgt auf einer Distanz von 40 Kilometern pro detektiertem Einzelabschnitt entlang einer Pipeline rund 150 Meter. Der Vorteil des Systems: Ein und dasselbe Glasfaserkabel übernimmt sowohl die Funktion des optischen Sensors als auch die der Datenübertragung. Der Installationsaufwand verringert sich auf ein Minimum. Insbesondere dann, wenn bereits ein Übertragungskabel vorhanden ist, das ohne größere Umbauarbeiten auch zur Detektion genutzt wird. Der Glasfasersensor detektiert vor allem Drittaktivitäten, etwa externe Bautätigkeiten nahe der Pipeline oder Sabotageversuche. Wie diese Meldungen transportiert das Glasfaserkabel auch die Videodaten zur Einsatzleitstelle, auf den Monitorwänden dort wertet sie der Mitarbeiter aus. Nur ein einziges Kabel überträgt die Informationen sämtlicher Sicherheitsdaten. Die gesamte Sicherheitslösung ist vollständig in nur ein Netzwerk integriert. Dadurch sinken die Kosten für Investitionen, die Daten werden effizient übertragen. Die komplette digitale Kommunikation lässt sich auf diese Art und Weise integrieren. In der Einsatzleitzentrale wird die Lösung anschließend in ein grafisches Interface integriert. So ist ein Alarm-Management von jeder Station und jeder Zone der Pipeline, Echtzeit-Bildübertragung und Videodatenspeicherung möglich.
Sicherheit am Flughafen
Sicherheit spielt praktisch in allen Bereichen des Flugverkehrs eine zentrale Rolle. Sind die Menschen sicher, fühlen sie sich während der gesamten Reise wohl. Entsprechende Konzepte gewährleisten, dass die Flughafenbetreiber alle erfolgskritischen Betriebs- und Wertschöpfungsprozesse lückenlos absichern. Dies reicht von der effizienten und transparenten Abwicklung des Check-in von Passagieren, Gepäck und Fracht bis hin zum Luftverkehrsmanagement und dem allgemeinen Flughafenbetrieb.
Die Lösung: integrierte Technologien und flexible Managementsysteme. Unterschiedliche Systeme durchgängig zu vernetzen, gewährleistet einen sicheren, effizienten Betrieb bei zugleich niedrigen Kosten für Investitionen und Unterhalt. Die Basis für solch umfassende Lösungen bilden aufeinander abgestimmte Systeme und Dienstleistungen. Auf einem Flughafen greifen ganz unterschiedliche Gewerke ineinander: Systeme für Brandschutz, Evakuierung, Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, Alarmmanagement, Energiemanagement, Automationssysteme zur Regelung von Heizung, Lüftung und Klima sowie elektrische Installationstechnik. Technische Sicherheitskonzepte für Flughäfen zu realisieren, verlangt hohe Aufmerksamkeit beim Schutz vor Brand und unberechtigtem Zutritt, eine kontinuierliche und effiziente Überwachung der Außenbereiche sowie die Terminalgebäude mit Passagierabfertigung.
Große Infrastrukturen, hohe Sicherheit
Große Infrastrukturen wie Pipelines oder Flughäfen fordern besondere Sicherheitskonzepte. Objekte, die wegen ihrer Ausmaße nur schwer zu bewachen sind, treffen auf ein hohes Gefährdungspotenzial. Eine adäquate Antwort darauf sind die Lösungen der Siveillance-Familie, die situative Risiken konsequent wahrnimmt, indem sie unterschiedliche, interoperable Systeme vernetzt. So interagieren die Systeme. Die Kombination des Einsatzleitsystems Siveillance ELS mit verschiedenen Sensoren und Subsystemen — wie Einbruchmeldeanlagen, CCTV, Zugangskontrolle, Sensoren — ermöglicht, auf Notfallsituationen bestmöglich und effektiv zu reagieren, gerade im Bereich hochsensibler Infrastrukturen.
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